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Bergbaulehrpfad Bergbaulehrpfad Wer Seiffen besucht, wird nicht nur unsere Museen, Schauwerkstätten, Handwerkerbetriebe und Volkskunstgeschäfte vorfinden, sondern auch verschiedene Wahrzeichen des einstigen Zinnbergbaues.
Seinen Namen verdankt der Ort dem "Ausseifen" bzw. "Auswaschen" von Zinnerzkörnern aus dem Verwitterungsschutt des Tales. In einem Lehnvertrag von 1324, der im Sächsischen Staatsarchiv in Dresden aufbewahrt wird, ist "Cynsifen" urkundlich verbrieft. Es ist anzunehmen, daß hier schon wesentlich früher von Zisterziensermönchen Zinnerzkörner gesucht und auch gefunden wurden.
Neben dieser althergebrachten Form der Zinnerzgewinnung durch Seifenbetriebe wurde 1480 das Regal auf Bergbau im festen Gestein an den Grundherrn von Schönberg erteilt. In der Blütezeit des Seiffener Bergbaues von Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts fand er vorwiegend als Eigenlehnerbergbau statt. Um 1600 wurde von der Grundherrschaft Purschenstein in Seiffen ein Vasallenbergamt mit dem Sitz eines "herrschaftlich Schönbergischen Bergmeisters" errichtet. Im Bergamt befand sich gleichzeitig die Schmelzhütte.
Die Akten des einstigen Seiffener Bergamtes mit dem Zinnschmelzbuch sind größtenteils noch erhalten und befinden sich im Sächsischen Staatsarchiv Dresden, Außenstelle Freiberg (Bergarchiv).
1849 wurde das Seiffener Bergamt aufgelöst, am 22.09.1853 auch die letzte Gewerkschaft "Saxonia". Nur noch einmal loderte 1870/71 das "Bergkgeschrey" für kurze Zeit ohne lohnende Ausbeute auf dem Schwartenberg auf. Danach erlosch der hiesige Bergbau. Nich heute künden von ihm zwei Pingen (ortsüblich "Bingen"), die "Geyerin" und die "Neuglücker Stockwerkspinge", sowie zwei noch gut erhaltene Mundlöcher vom "Heiligen Dreifaltigkeitsstolln" und "Johannisstolln", und der 1988 wiederentdeckte Erbstolln "Segen Gottes". Außerdem finden sich zahlreiche Halden im Gelände und andere bergmännische Wahrzeichen, die unter Denkmal- und Naturschutz stehen.
Für die Besucher von Seiffen und für Freunde des Bergbaues legte die 1984 von einigen Heimatfreunden gegründete Bergbauforschungsgruppe im Ortszentrum einen Lehrpfad mit der Bezeichnung "Historischer Bergbausteig" an.
Dieser Bergbausteig beginnt am Eingang der "Geyerin" oberhalb der Kirche an der Deutschneudorfer Straße. Eine hier angebrachte Orientierungstafel erläutert den Verlauf des Bergbausteiges mit seinen 20 Stationen, an denen sich jeweils Schilder in der Form eines "Deutschen Türstockes" mit genauer Beschreibung zu den betreffenden Standorten befinden. Für die Begehung dieses Bergbausteiges werden ca. 1,5 Stunden benötigt. Er kann auch von der Pingenhalde aus in abgekürztem Verlauf ohne die Stationen 7-9 begangen werden.
Der Bergbausteig führt zu folgenden Stationen: Übersicht
Station 1: Standort des einstigen Huthauses der Zeche "Rothe Grube"
Station 2: Gesamtüberblick über die Pinge "Geyerin", die 1934 zur Freilichtbühne ausgebaut und vorher schon für Schützen- und sonstige Vereinsfeste genutzt wurde.
Station 3: Platz, an dem nach einem Bergbauriß vom Jahr 1841 ein Rösthaus gestanden haben soll
Station 4: Blick zur Südwand der "Geyerin" mit einer Feuersetzstelle
Station 5: Standort, an dem der "Johannis-Schacht" abgetäuft war, 22m östlich davon befand sich der "Heilige Dreifaltigkeits-Schacht"
Station 6: Ehemalige Zeche "Rothe Grube". Davor Rohrstutzen einer 1965 niedergebrachten Tiefenbohrung bis 750m durch die Wismut AG
Station 7: Pingenhalde mit Blick in das Seiffener Tal
Station 8: Barockkirche, die 1779 geweiht wurde. Sie birgt viele bergbauliche Wahrzeichen aus Seiffens Vergangenheit.
Station 9: Pingenweg mit Bergmannshäusern aus der Zeit von 1545-1843. An diesem Standort wird der Pingenweg vom "Johannis-Stolln" unterfahren.
Station 10: Blick in die Pinge "Neuglück", de erstmalig 1570 urkundlich erwähnt wird.
Station 11: Einstmalige Endstelle einer die Pinge in 22m Höhe überquerende Förderbrücke für den Transport der Zwittererze aus der "Geyerin". Sie wurde von Prof. Wilhelm Walther, dem Schöpfer des Dresdener Fürstenzuges, 1842 in einer Zeichnung festgehalten.
Station 12: Das Neuglücker Pochwerk, auch als "Pingenhaus" bezeichnet, war das älteste, sicher auch das größte Pochwerk Seiffens.
Station 13: Bergamt, das 1849 aufgelöst wurde. Von ihm ist nur noch der rechte Gebäudeteil, in dem die Schmelzhütte untergebracht war, im Original erhalten.
Station 14: "Zwitterweg", auf einem alten Bergbauriß so bezeichnet, heute Pingen- und Bergmannsweg. An seiner rechten Seite standen 2 Pochwerke, die 1960 bzw. 1972 abgetragen werden mußten. Wegen der Pingennähe bestand Einsturzgefahr.
Station 15: Dämme (Stau), zu der ein Pochwerksgraben das Aufschlagswasser für die Pochwerke führte. Am Abzweig dieses Pochwerkgrabens vom Seiffenbach (gegenüber dem Grundstück Hauptstr. 130) ist das Modell einer Pochstätte aufgestellt.
Station 16: Huthaus der Grube "Reiche Hoffnung", das noch gut erhalten ist. Im Volksmund noch heute "Das Bethaus" genannt.
Station 17: Bergmannssteig, früher als "Häuersteig" bezeichnet, verläuft hinter dem Huthaus zu den ehemaligen Zinngruben "Abraham" und "Altväter", sowie zu den Eisengruben am Ahornberg.
Station 18: Halde der Grube "Reiche Hoffnung". Aus dem Zwittergestein dieser Grube wurden neben Zinn- auch Kupfererze gewonnen.
Station 19: Ehemalige Bergschmiede, die zeitweise auch als Huthaus der Grube "Vogelsang" diente.
Station 20: Bergbauhalden der Gruben "Vogelsang" und "Obergeyerin". Ende dieses Bergbausteiges.
Der Bergbausteig soll der Erweiterung des Wissens um die Geschichte des Bergbaues unserer Heimat dienen, aber auch dem Gedenken unserer Vorfahren, die hier unter harten Bedingungen fast 500 Jahre lang schwerste Arbeit geleistet haben.
In der weiteren Umgebung dieses Bergbausteiges sind auf Seiffener Fluren noch 10 gut erhaltene Bergbauhalden unter Denkmal- und Naturschutz gestellt, die ebenfalls mit erläuternden Schildern versehen wurden. Die Namen der einstigen Gruben dieser Halden sind:
· Toter Mann · Katharina · Obere, untere und kleine Goldkrone · Altväter · Abraham · Himmelschlüßler Tagesschacht · Kieszeche · Weintraube
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