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Freilichtmuseum Freilichtmuseum Im Ortsteil Heidelberg, am Fuße des weithin sichtbaren Ahornberges, befindet sich das Freilichtmuseum.Es versteht sich als volkskunstlich historisches Museum, in dem in verschiedenen Häusern, Werkstätten und Gebäudekomplexen das Alltagsleben des Erzgebirges zwischen 1850 und 1930 dokumentiert wird. Das Herzstück des Museums bildet das im Original erhaltene Reifendrehwerk mit Wasserkraftanlage aus dem Jahre 1760. Hier kann der Besucher dem Reifendreher bei den nur im Seiffener Raum verbreiteten Drechselarbeiten zuschauen. Während der im Mai und im September eines jeden Jahres stattfindenden "Tage des historischen Handwerks" wird das gesamte Museumsareal zu neuem Leben erweckt. Alte, z.T. längst vergessene Gewerke wie das des Schindelmachers, Röhrenbohrers oder Spankorbmachers verbreiten dann einen charmanten Hauch von Nostalgie. Für die Region typisch Musikalisches, aber auch kulinarisch Genüßliches runden das Geschehen ab und lassen so diese erlebnisreichen Wochendende unvergeßlich sein.
Reifendrehen Seit über 100 Jahren wird hier an originaler Stelle das Kunsthandwerk des Reifendrehens praktiziert. Einst waren drei Reifendrehbänke und vier Drechselbänke im niedrigen Arbeitsraum oberhalb der Radstube untergebracht. Die Fenstergliederung folgt den einzelnen Arbeitsplätzen, die noch um 1900 zahlreich an andere Drechsler vermietet wurden. Attraktion für jeden Museumsgast heute ist das Erlebnis in der niedrigen Drehstube des Wassekraft-Drehwerkes, in dem täglich am authentischen Ort dieses Kunsthandwerk des Reifendrehens vorgeführt wird. Die Reifendreherei ist historisch von Weltgeltung und hat jahrhundertelang die erzgebirgische Spielwarenfertigung geprägt. Der Wasserradantrieb wird allerdings aus konservatorischen Gründen nur vorgeführt und ist als tatsächliche Antriebsmöglichkeit besonderen Anlässen vorbehalten. Die Technologie des Reifendrehens ist nur in Seiffen und Umgebung beheimatet und wird heute nur noch von wenigen Reifendrehern beherrscht und ausgeübt. Vielfalt und Art der Ausführung reifengedrehter Erzeugnisse kennen kaum Grenzen. Die Reifendreherei erhöhte einst die Produktivität, Ausdruckskraft und Eigenständigkeit der erzgebirgischen Spielwarenerzeugung und trug maßgeblich dazu bei, dass erzgebirgische Holzspielwaren weltweit konkurrenzfähig wurden. Weitere Informationen finden Sie unter: www.spielzeugmuseum-seiffen.de
Die Werkstatt im Freilichtmuseum hat im Sommerhalbjahr täglich von 10 - 17 Uhr geöffnet, von 12.00 - 12.45 Uhr ist Mittagspause - im November bis März nur 10 bis 16 Uhr!
Das Freilichtmuseum hat am 24., 25. und 31. 12. und 1.1. geschlossen !
Die »Schwarze Küche« Das 1813 erbaute Waldarbeiterhaus des Freilichtmuseums stand einst in einer Siedlungsreihe am Rande des herrschaftlichen Purschensteiner Waldes. Hier wurde noch bis 1904 unter heute kaum vorstellbaren Bedingungen gekocht. Der in die Wohnstube hineinragende mächtige Ofen ist ein klassischer Hinterlader, welcher von der eigentlichen »Schwarzen Küche« aus befeuert wurde. Das ermöglichte zwar, daß die Stube ruß- und rauchfrei blieb, dich die Bedingungen in der kleinen, quadratischen Rußküche gestalteten sich um so katastrophaler. Augenkrankheiten galten als übliche Folge. Hier mußte von der Hausfrau der zügelose Hohlofen mit Holz geheizt werden. Neben die brennenden Scheite wurden mit der zweizinkigen Ofengabel gußeiserne Kochtöpfe am Henkel hineingeschoben. Im fensterlosen Zimmerchen sammelte sich der Rauch und zog durch die »böhmische Esse« ab, in der es schließlich ideale Bedingungen zum Räuchern von Fleisch und Wurst gab. Da der Schornstein aus Holzknüppeln, Stroh und Lehm errichtet ist, könnte eine ausgesprochen große Brandgefährdung vermutet werden. Doch der langsam aus dem Ofenloch entweichende Rauch kühlte sich an der massiven Feuerwand zwischen Stube und Küche schnell und stark ab und stieg mit geringer Temperatur zur trichterförmigen Esse auf. Bei ungünstiger Witterung staute sich der Rauch gar und ließ eine »Küchenarbeit« kaum noch zu.
Voll in Funktion - das Wasserkraftsägewerk Bauhandwerk und dörfliches Kleingewerbe ließen sich auch im Erzgebirge bereits sehr früh »Sägeware« aus den »Schneidmühlen« liefern. Unser Sägewerk zeigt die typische Zweiteilung solcher Anlagen. Oben betritt man den Sägeboden, der in einem mit Brettern beschlagenen Fachwerkbau untergebracht ist. Hier befinden sich heute drei verschiedene Sägen. Darunter liegt in einem aus Stein gemauerten Untergeschoß der sogenannte »Gatterkeller«, der neben dem Antrieb auch zum Sammeln der Schneidspäne dient. Ein Anbau an der Traufseite beherbergt das oberschlächtige Wasserrad mit 4m Durchmesser. In der Verlängerung des Wasserradschuppens ist der sogenannte »Fuchsschwanz« eingebaut. Diese besonders für das erzgebirgische Spielwarengebiet typische Sägemaschine dient vor allem zum Trennen von kurzen, sehr starken Laubhölzern oder tropischen Hölzern, um sie für die Weiterverarbeitung auf der Kreissäge (Ausriegelbank) vorzubereiten. Ein Exzenter treibt das an der geteilten Schubstange befestigte Sägeblatt an. Zwischen den Schubstangen befindet sich eine Lagervorrichtung, die mitschwingt - im Volksmund als »Geige« bezeichnet. Die Antriebs- und Steuermechanismen für Gatter und Säge liegen im Untergeschoß. Hier wird die Kraft des Wasserrades über das Stirnradgetriebe auf eine Haupttransmission gebracht. Flachriemen aus Leder liegen auf großen hölzernen Riemenscheiben und übermitteln die Drehbewegung. In einem Sägewerk unserer Ausstattung arbeiten in der Regel 2 bis 3 Personen. Das Stammholz wurde vom Lagerplatz auf einem kleinen Schienensystem mittels »Hunten« zum Sägeboden befördert. Gearbeitet wurde stets nur auf einer der Sägen, denn die Kraft des Wasserrades reichte gerade dafür aus. Pro Minute sind ca. 60 Kubikmeter Wasser notwendig, um eine ausreichende Leistung zu erzielen. Das bedeutet, daß die hölzerne Wasserrinne bis zum Rand gefüllt sein muß. Öffnungszeiten des Erzgebirgischen Freilichtmuseums Seiffen
- im Sommerhalbjahr täglich 10.00 - 17.00 Uhr - November bis März eingeschränkt 10.00 - 16.00 Uhr - Einlaß 10.00 Uhr - 16.00 Uhr (bzw. 15.00 Uhr) - Mittagspause im Reifendrehwerk 12.00 - 13.00 Uhr - Heilig Abend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr geschlossen |
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Telefon: 037362/8388
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Achtuung: In den Wintermonaten sind die Erzgebirgshäuschen witterungsbedingt geöffnet und das Freilichtmuseum nur von 10.00 - 16.00 Uhr. Änderungen vorbehalten!
Sommeratelier und Führungen
Eine kleine Veranstaltungsfolge unter der Überschrift “Sommeratelier“ findet im August im Seiffener Freilichtmuseum statt. Die am Malen und Zeichnen interessierten Museumsbesucher können sich dabei unter Anleitung mit Stift und Karton selbst ein „Bild“ von der dörflichen Architektur machen. Dazu gibt es museale Erklärungen, um die historische Hausbauweise im Erzgebirge, die historischen Werkzeuge und erzgebirgische Traditionen kennen zu lernen. Thematische Erlebnisführungen unter dem Titel „HAUS & HANDWERK" werden an verschiedenen Samstagen im angeboten. Die Termine zu allen Aktivitäten im Freilichtmuseum finden sich im VERANSTALTUNGS-KALENDER der Seiffener Museen.
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